Einige Bemerkungen vorweg...
Die Suche nach Informationen über Soldaten, die im Ersten Weltkrieg im Deutschen Heer dienten, ist mitunter sehr mühsam, weil aus dieser Zeit nur noch wenige aussagekräftige Dokumente existieren.
Im Frühjahr 1945 wurden durch die Bombardierung Potsdams fast alle Armeeunterlagen aus der Kaiserzeit vernichtet. Die wenigen noch vorhandenen Belege, die Auskunft über die Soldaten des Deutschen Heeres geben können, liegen bei der WASt in Berlin. Dem Familienforscher stehen die Stammrollen aber leider nicht zu Verfügung, weil die wissenschaftliche Aufarbeitung noch fehlt.
In der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz befindet sich das „Armeeverordnungsblatt/ Verlustlisten“. Das Blatt wurde vom damaligen Kriegsministerium herausgegeben und erschien täglich (außer an Sonn- und Feiertagen) zwischen 1914 und 1919 im „Deutschen Reichsanzeiger und Königlich Preußischen Staatsanzeiger“. Später wurde für jeden Monat des Krieges ein Buch in der Größe A3 und einem Umfang von 600 bis 1000 Seiten mit den Verlustlisten veröffentlicht. Diese Unterlagen aus dem 1.Weltkrieg sind lückenlos erhalten und geben Auskunft über die Verwundeten und Vermissten, über die Gefallenen und auch über die, infolge von Krankheit, verstorbenen Soldaten der Preußischen-, der Bayerischen-, der Sächsischen- und der Württembergischen Armee.
Meine Suche beschränkte sich auf die Neumark mit den Kreisen Arnswalde, Crossen, Friedeberg NM, Königsberg NM, Landsberg a.W., Oststernberg, Schwerin a.W., Soldin, Sorau, Weststernberg und Züllichau/ Schwiebus sowie noch auf die Nachbarkreise Bomst und Meseritz.
Die Aussagekraft der Verlustlisten hat sich mit der Fortdauer des Krieges verändert. In den ersten Kriegsmonaten teilten die Regimenter noch alle Dienstgrade mit, später wurden diese nur noch ab Gefreiter aufwärts übermittelt. Auch die Angaben über Ort und Zeit der Kämpfe fehlen ab 1915. Ebenso wurden seit 1917 die militärischen Einheiten nicht mehr angegeben. Trotz dieser Einschränkungen sind diese Listen für die Suche nach Armeeangehörigen aus dem Ersten Weltkrieg für den Familienforscher unentbehrlich.
Die hier von mir publizierten Tabellen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da auch bei sorgfältiger Durchsicht der umfangreichen Verlustlisten (von mir geschätzt ca. 7- 8 Mio. Namen), Daten leicht übersehen werden konnten. Einige Meldungen zu den Personen in den offiziellen Bekanntmachungen waren nicht immer vollständig. Wenn z.B. die Angabe des Kreises fehlte, war eine genaue Einordnung des Ortes zur Neumark nur im Einzelfall möglich. Infolgedessen wurden nur Namen übertragen die der Neumark zuzuordnen waren, wobei auch hier Fehler möglich sind. Die bei den Namen der Verwundeten usw. angeführten Orts- und Kreisnamen beziehen sich auf den Geburtsort des Betreffenden.
Leider wird in der Regel in den Verlustlisten die Zeit nicht angeben, in der die Verluste erlitten worden sind. In früheren Untersuchungen versuchte die „Studiengesellschaft für soziale Folgen des Krieges“ die Frage zu klären, welcher Zeitraum im Durchschnitt zwischen dem Verlust- und dem Veröffentlichungstage liegt. Ausnahmsweise findet man, meistens in den nicht preußischen Verlustlisten, das Datum des Verlusttages angegeben.Viele derartige Angaben wurden 1919 durchgesehen und gefunden, dass dieser Zeitraum etwa 44 Tage beträgt, so dass z.B. die im Juni gemeldeten Verluste sich auf April – Mai beziehen. Abweichungen nach oben und nach unten sind natürlich bei diesem statistischen Wert unvermeidbar.