Die Warthebrücke wird dem Verkehr übergeben.
Neumärkische Zeitung 15. November 1925
Einweihungsfeier im Juli 1926.
„Was lange währt, wird gut“, behauptet ein Sprichwort. Hoffentlich können die Landsberger die Wahrheit des Volksmundes auch bei der Warthebrücke feststellen. Endlich ist die neue Warthebrücke so weit, daß sie dem Verkehr übergeben werden kann. Ende dieser Woche werden die Bauarbeiten der diesjährigen Bauperiode eingestellt werden. Am Donnerstag nächster Woche beginnt die offizielle Belastungsprobe, an der Vertreter der Regierung und Geh. Baurat Bernhard, der Sachverständige Berater der Stadt teilnehmen werden. Die Belastungsprobe wird vielleicht zwei Tage in Anspruch nehmen, so daß wahrscheinlich am Montag den 23. November die Brücke dem Verkehr übergeben wird. Die förmliche Übergabe der Brücke mit einer Einweihungsfeier findet erst im nächsten Jahre statt, wenn die Brücke endgültig fertig gestellt ist. Im Frühjahr werden die Arbeiten wieder aufgenommen werden. Es muß auf der Dammstraßenseite mit den Aufschüttungen und Pflasterarbeiten begonnen werden, ebenso mit den weiteren Aufschüttungen und Pflasterarbeiten auf der Nordseite. Dann folgen der Abbruch der alten Holzbrücke und die Fertigstellung der Ufermauer an der Stelle, wo die alte Brücke lag. Alles in allem wird man nach Meinung des Bauamtes im Juli nächsten Jahres sagen können, daß die Brücke völlig fertig gestellt sei und offiziell eingeweiht werden kann. In diesem Jahre erfolgt die Verkehrsübergabe ganz sang- und klanglos lediglich durch eine polizeiliche Bekanntmachung. Gleichzeitig wird eine vorläufige Verkehrsregelung durch die Polizei veröffentlich werden. Der Fuhrwerksverkehr soll sich wie folgt gestalten. Von Norden her erfolgt die Zufahrt zur Brücke durch die Wasserstraße. Eine Ausnahme bilden die Langholzfuhrwerke, die durch die Brückenstraße geleitet werden und je nach ihrem Ziel über die alte oder neue Brücke fahren können. Zu diesem Zweck wird auf der Nordseite eine kurze Anrampung zur neuen Brücke provisorisch aufgeschüttet werden, die später wieder verschwindet. Der Verkehr von der Südseite nach dem Norden vollzieht sich für Fuhrwerke, die von der Dammstraße kommen, über die alte Brücke. Fuhrwerke, die vom Westen kommen, fahren über die neue Brücke und müssen dann in die Brückenstraße einbiegen. Daß in der Darrstraße etwas geschehen muß, um den Schlammuntergrund zu beseitigen, darüber sind sich alle Beteiligten klar, nur sträubt sich noch der Finazdezernent gegen eine neuzeitliche Pflasterung. Aufgabe des neuen Stadtparlaments wird es überhaupt sein müssen, einmal einen Reformplan für das Landsberger Straßenpflaster aufzustellen. Gleichzeitig mit der Auffüllung des Bodens auf der Südseite der neuen Warthebrücke werden im nächsten Jahr die Schienen der Straßenbahn bis zur Kanalbrücke gelegt.