Ausbau der „Autohilfe“ auf den märkischen Straßen.
Neumärkische Zeitung 9. April 1930
Wie wir von der „Autohilfe“ erfahren, erfreut sich die Einrichtung der Fernsprecher auf den märkischen Chausseen zur Meldung von Unfällen einer immer weiter steigenden Anerkennung und damit auch einer wachsenden Abonnentenzahl. Neuerdings hat die Gesellschaft ihre Tätigkeit sogar über das Netz der Berliner Ausfallstraßen hinaus nach Bayern verlegt, und bereits Ende dieses Monats wird auch die Straße Nürnberg- München mit den Fernsprechmasten der „Autohilfe“ ausgestattet sein. Insgesamt beträgt dann die Zahl der Fernsprechmasten 81 für eine Strecke von 900 Kilometern. Dazu kommen noch zahlreiche Gastwirtschaften und Postämter als Zwischenstation, so daß durchschnittlich immer auf je 4 Kilometer die Möglichkeit zur Benachrichtigung einer Hilfsstelle für einen Unfall gegeben ist. Von Berlin sind bisher folgende Chausseen mit den Fernsprechmasten der „Autohilfe“ ausgestattet worden:
Berlin - Neubrandenburg über Löwenberg, Gransee und Neu-Strelitz;
Berlin- Eberswalde;
Berlin- Küstrin über Müncheberg;
Berlin- Frankfurt )Oder) ebenfalls über Müncheberg;
Berlin- Leipzig über Potsdam, Wittenberg, Bergwitz, Gräfenhainichen, Gossa und Bitterfeld;
Berlin- Halle mit denselben Stationen bis Bitterfeld, wo die Abzweigung nach Halle erfolgt;
Berlin- Magdeburg über Potsdam, Brandenburg und Burg.
Weiter sind zunächst projektiert der Ausbau der Strecke Berlin- Kyritz- Perleberg und später über Ludwigslust nach Hamburg, der Strecke Berlin- Jüterbog- Herzberg und später über Großenhain nach Dresden; die Strecke Berlin - Lübben- Cottbus und später über Muskau nach Görlitz, schließlich die Ausrüstung der Strecke von Eberswalde über Angermünde und Schwedt nach Stettin und der Strecke von Angermünde über Prenzlau, Pasewalk und Anklam nach Swinemünde.