Urnenfund in Kienitz
Neumärkische Zeitung 24. September 1926
Kienitz, 22. September.
Nachdem die hiesigen Urnenfunde dem Landrat gemeldet waren, wurden weitere Grabungen angesetzt. Eine Urne konnte bei vorsichtiger Behandlung mit Hilfe von Bandagen geborgen werden. Eine weitere wurde freigelegt, sie war ein Trümmerhaufen, Bandagen konnten nur den völligen Zerfall verhindern. Die dritte Urne war sehr klein und bis auf den Boden zerfallen; man wird versuchen, sie wieder herzustellen. Zwei weitere sind ebenfalls nur als Bruchstücke nach Soldin gekommen, mühsame Arbeit kann sie nur in ihrer ursprünglichen Form erstehen lassen. Nachdem Landrat von Salbern Kienitz verlassen hatte ging der Besitzer Schwanz an die weitere Bearbeitung seines Ackers. Häufig stößt er auf Steine, nur manchmal mit Erfolg. Es fehlt hier jemand, der während der Feldarbeit sämtliche Stellen untersuchen kann, so würde wohl manches noch geborgen werden können. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß man hier eine alte Begräbnisstätte unserer Vorfahren vor sich hat. Ein Stein wurde gehoben, der Pflug brachte den Stein und einen Scherben mit hoch. Aus den Resten läßt sich eine Schale zusammenstellen, die einen Durchmesser von 29 Zentimeter und eine Tiefe von 5 Zentimeter hat. Innen ist sie glasiert, der Rand trägt wellenartige Verzierungen. Die Masse ist noch sehr fest. Unter der Schale stand ein Topf von 10 bis 15 Zentimeter Tiefe. Er ist birnenartig und trägt am verjüngten Ende Ringe. Diese Masse ist noch stark, fest und haltbar. Der Inhalt bestand in kleinen Knochenstreifen, die bei allen zu finden sind.