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Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)
Die Feier des Moritzfestes in Sonnenburg
Neumärkische Zeitung  7. Juni 1930

Am 28. Mai 1662 verlieh der große Herrenmeister Fürst Johann Moritz von Nassau - Siegen der Stadt „Sonnenburg“ das Bürgerprivilegium und ließ die im Dreißigjährigen Kriege niedergebrannte Stadt wieder aufbauen. Zur Erinnerung daran wird jährlich am 28. Mai das „Moritzfest“ gefeiert. Um in den leicht empfänglichen Kinderherzen den Heimatsinn festzulegen und zu pflegen, haben sich die Lehrer der Schule der großen Mühe unterzogen, und schon wochenlang mit den Schulkindern Gesänge, Spiele und Reigen eingeübt, um das Fest zu einem allgemeinen Volksfest zu gestalten. Damit alle Kreise sich daran beteiligen konnten, wurde es auf  Sonntag, den 1.Juni, verlegt. Aus den Veranstaltungen ist besonders hervorzuheben der große Festzug vom Festplatz (Turnplatz) durch die Straßen zum Ordensschloß. Zwei Herolde zu Pferde und die Musikkapelle eröffneten den Festzug, in dem Zug waren historische Gruppen aus dem heutigen Gewerbe und Verkehr in historischer Tracht vertreten. Acht Festwagen mit Märchen- und geschichtlichen Bildern boten ein buntes Bild von vergangener und heutiger Zeit. Zum Beispiel Fürst Johann Moritz von Nassau mit Gefolge und Jagdzug versinnbildlichen die Zeit aus dem 16. Jahrhundert, ein über und über mit Rotdorn bekränztes Auto mit geschmückten, jungen Mädchen besetzt, vertrat die heutige schnell pulsierende Zeit der Technik.
Vor dem Schloß angelangt - dessen Erbauer Fürst Moritz von Nassau war -, wurde vom Fürsten die Stiftungsurkunde verlesen. Darauf folgte eine Huldigung der Sonnenburger Jugend. Daran schloss sich der Rückzug nach dem Festplatz, wo bei dem herrlichen Wetter Begrüßungschor, Ansprache des Konrektors F. Haupt, Kinderchöre, Sprech - und Bewegungschöre, Volkstänze, Reigen, turnerische Gewandtheitsspiele und Scherzübungen der Knaben, Freilichtaufführungen, Wettspiele der einzelnen Klassen und Konzert für Unterhaltung sorgten. Buden mit Kuchen und allerlei Erfrischungen boten dem großen Publikum Stärkung. Ein Fackelzug beendete das Wohlgelungene Fest.
In der Kirche steht die Büste des Fürsten Moritz von Nassau mit der Inschrift: Fürst von Nassau, Herrenmeister im Orden thätiger weiser Regent. Der Unterthanen und Armen Wohltäter.
Moritz von Nassau, berühmter Kriegsführer im Dreißigjährigen Kriege und Gouverneur, war von 1652 bis 1679 Herrenmeister. Er hat der Stadt Sonneburg viel Gutes erwiesen, so daß sein Andenken unvergessen bleiben wird. 1653 ließ der Fürst das Innere der Kirche renovieren und die Kanzel so aufstellen wie sie noch heute steht auf seinen Befehl sind die Wappen der Herrenmeister vom Jahre 1300 an zu beiden Seiten des Altares auf der Empore aufgehängt worden, daran schließen sich die Wappen von 16 Ahnen des Fürsten, sowie der anderen Ritter von 1652 an. Ferner ließ der Fürst das jetzige Ritterschloß, das im dreißigjährigen Krieg zerstört wurde, von Grund auf im holländischen Stil neu aufbauen, auch das Hospital für arme, alte Frauen, das heute noch besteht, war eine Gründung des edlen Fürsten.