Bunte Ostereier
Neumärkische Zeitung 23. April 1920
Allerlei Vorschläge zum Eierfärben.
Eine Schüssel mit Ostereiern sieht gut aus, wenn man unter die weißen gefärbte, silberne oder goldene mischt. Man bestreicht das Ei mit Gummiarabikum oder Eiweiß und betupft es, wenn es fast trocken ist, mit einem Wattebäuschen, das in Gold oder Silberschaum getaucht ist. sind Eier mißraten gefärbt, so schabe man mit einem Messer die Farbe flecken und streifenweise ganz fort und gebe das Ei dann in die gleiche Farbbrühe, in der es schon war, wodurch es nun z.B. rot gestreift oder gefleckt hellrot wird, oder in eine andere, wodurch die Grundfarbe meistens dunkel, die abgekratzten Stellen aber in der zweiten Farbe erscheinen.
Zum Buntfärben nehme man steht giftfreie Anilinfarben in das Wasser, worin die Eier gekocht werden. Will man die bunt gefärbten Eier schön glänzend haben, so reibe man sie nach dem Kochen mit einer Speckschwarte ab. Kleine Reime, Namen usw. werden sorgfältig mit Salzsäure aufgeschrieben. Man färbt blau durch Lackmus, wozu man ein Körnchen Soda tut, durch Blauholzspäne oder Indigo; gelb (goldgelb) durch Kochen mit Zwiebelschalen oder Gelbholz; grün mit grünen Roggenspitzen, welche man um die Eier wickelt, durch Kochen mit einer Handvoll frischen Gras oder frischer Saat; rosa mit Fernambunk und Krapp; rot mit Fernambuk; violett durch Kochen in einer Abkochung von Brasilienspänen.- durch Abkochung des Campeche oder Blauholzes entsteht ein tiefes Violett; füllt man einen Eßlöffel Essig hinzu, so enthält man ein helles Violett. Eine Brasilienspäne Abkochung mit etwas Blauspänen gibt braune Farbe. Buntfärbung erreicht man dadurch, daß man Petersilien oder Schargarbenblätter glatt um die Eier legt, diese fest mit weichem, weißen Papier umbindet und in diesem Zustande die Eier in Brasilienspäne, die man vorher kurze Zeit hat mit Alaun sieden lassen, eine Viertelstunde lang kocht. Dabei wird der Grund violett. Soll er braun werden, so kocht man sie wie oben mit Brasilien und Blauspänen. Beim Losbinden erscheinen die Stellen, die vorher mit den Blättern bedeckt waren, weiß. Wenn man die Eier mit Zwiebelschalen umwickelt, dann in ein dünnes, weißes Läppchen wickelt und in kochendem Essigwasser kocht, so werden sie gelbmarmoriert; beklebt man die Eier mit Blättchen von dunkelroten Pappelblumen, so werden die bedeckten Stellen nach dem Kochen grün, mit Brasilienholzspänen rot, mit kleinen Stückchen Kristallisch blau.