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Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)
Karl Teike Denkmal
Neumärkische Zeitung   11. Mai 1929

Über das Karl Teike Denkmal hat man lange Zeit nichts gehört, und fast schien es so, als sollte der weltberühmte Marsch - Komponist einsam und vergessen auf dem Landsberger Friedhof ruhen. Aber glücklicherweise - es schien nur so.
Inzwischen ist die hiesige Ortsgruppe des Reichsbundes der ehemaligen Militärmusiker nicht untätig geblieben. Im Organ des Reichsbundes „Das Schwalbennest“ erließ der Vorsitzende der Ortsgruppe, Robert Sähn, einen Aufruf zur Sammlung für einen Teike- Fond. Der Ruf ist nicht ungehört verhallt. Fast in allen Ortsgruppen des Reichsbundes wurde fleißig für ein Denkmal des großen Kollegen und Kameraden gesammelt. Die Sammlung dauert zurzeit noch an und wird erst am 30. Juni geschlossen werden. Wie wir erfahren, sind bis jetzt bereits über 3000 M aufgebracht, eine Summe, die genügen würde, um das Grab Teikes mit einem Denkmal zu schmücken. Mit welcher Begeisterung die ehemaligen Militärmusiker die Sammlung betrieben und sich für die Werke Teikes einsetzen, geht aus zahlreichen Briefen an die hiesige Ortsgruppe hervor. So veranstaltete die Ortsgruppe Stettin ein Teike Radiokonzert, um mit Hilfe des Radios einer größeren Öffentlichkeit die Bedeutung Teikes als Komponist unserer schönsten Militärmärsche vor Augen zu stellen, und die Ortsgruppe Liegnitz hat bereits jetzt ihre Beteiligung an der Weihe des Denkmals zugesagt.
Während die Sammlung im Reiche innerhalb des Reichsbundes betrieben wird, hat sich in Landsberg eine Denkmalskommission unter Leitung des Vorsitzenden des Kreiskriegerverbandes, Lehrer Lange, gebildet, der eine Reihe von Vorsitzenden hiesiger Militärvereine angehören. Die Kommission hat sich zum Ziel ihrer Aufgabe gesetzt, dem Komponisten einen würdigen, seinem bescheidenen, schlichten Wesen angepaßten, Gedenkstein zu setzen. Geplant ist, auf dem Friedhof einen Platz auf zunächst 60 Jahre anzukaufen und hier die sterblichen Überreste umzubetten. Ein Teil des aufgebrachten Geldes ist für die Umbettung bestimmt, von dem übrigen Gelde soll eine Summe für die Grab und Denkmalpflege angelegt werden und der Rest ist für den Gedenkstein selbst vorgesehen. Die Kommission steht zurzeit mit der Friedhofsverwaltung wegen der Umbettung in Verhandlungen. Die Schwierigkeiten, die sich auch hier ergeben, werden hoffentlich bei etwas gutem Willen und gegenseitigen Entgegenkommen bald überwunden sein, damit die Arbeiten in Angriff genommen werden können, und der Gedenkstein, wenn nicht in diesem, so doch im kommenden Jahre seiner Bestimmung übergeben werden kann. Über den Stein selbst, das Material, aus dem er hergestellt werden soll, sein Aussehen und die Inschrift ist noch nichts bekannt. Die Kommission wird sich aber auch mit dieser Angelegenheit demnächst beschäftigen und sie zum Abschluß bringen.
So wird ganz aus sich heraus, ohne die Öffentlichkeit oder die Behörden wegen finanzieller Unterstützung anzugehen, die ehemaligen Militärmusiker das Denkmal schaffen. Keine Mühe und Arbeit wird gescheut, um dem toten großen Kollegen einen Stein zu setzen, der nachfolgende Geschlechter immer wieder an den Mann erinnern soll, dem wir „Alte Kameraden“ und „In Treue fest“ verdanken - ein Zeichen vorbildlicher Kollegialität und echten deutschen Kameradschaftsgeistes.
Das Teike Denkmal wird also erstehen. Die Weihe ist nur eine Frage der Zeit. Hoffen wir, daß die bestehenden Hindernisse bald aus dem Wege geräumt sein werden, um keine Verzögerung in der Aufstellung des Denkmals eintreten zulassen.    -Frn.-