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Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)
Aus der ältesten Geschichte des Dorfes Manschnow
Neumärkische Zeitung  15. März 1932

Manschnow, westlich von Küstrin gelegen, ist eine uralte Siedlung. Zahlreiche vorgeschichtliche Funde beweisen, daß die Gegend schon vor Eindeichung der Oder frei von Hochwasser und besiedelt war. Am Anfang des 14. Jahrhunderts gehörte die Hälfte des Dorfes dem Rate der Stadt Frankfurt, der diesen Besitz 1336 dem Markgrafen von Brandenburg zurückgab und dafür das Dorf Reitwein erhielt. Damals hieß das Dorf Mantziowe. Um 1400 war es Eigentum der Karthäusermönche in Frankfurt (Oder). Von ihnen kaufte der Frankfurter Bürger Paul Groß das Dorf Manschnow einschließlich einer Geldhebung von 10 Schock Groschen und einer Tonne Hering. Allerdings behielt das Kloster bis zur Einführung der Reformation einen Teil der Geldzahlungen aus dem Dorfe. Als die Markgräfin Katharina 1560 die „Neue Mühle an der Mietzel“ erbauen ließ, trat ihr Joachim Große die Einwohner des Ortes als Zwangsmahlgäste für die Mühle ab.
Am Ende des Dreißigjährigen Krieges hatte der Kommandant von Küstrin, Konrad von Burgsdorf ein Rittergut in Manschnow. Burgsdorf hatte dem Großen Kurfürsten für eine Schuld des Christian Mollen in Höhe von 10 000 Talern gebürgt. Als nun weder Mollen noch sein Bürgen diese Summe zurückzahlen konnten, mußte Burgsdorf 1650 dem Großen Kurfürst das Dorf Manschnow „mit Vieh und fahrender Habe“ für 44 000 Taler verkaufen. An Vieh wurden mitveräußert; 64 Kühe, 24 Ochsen, 32 Pferde, 26 Schweine, 14 Ziegen, 27 Gänse und 326 Schafe. Burgsdorf durfte noch das Sommer und Wintergetreide abernten, mußte aber 4 Wispel Roggen, 4 Wispel Gerste und 4 Wispel Hafer für Unterhaltung des Gesindes im Winter auf dem Gute zurücklassen. Außerdem hatte er vor Abschluß des Kaufes 15 Kühe, 2 gemästete Ochsen, 15 Schweine und 150 Schafe von dem Rittergut Manschnow genommen.
Seit dem Jahre 1650 war das Gut ein Vorwerk des Amtes Lebus, später des Amtes Golzow.