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Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)
Die Provinz Brandenburg in der Bevölkerungsstatistik
Neumärkische Zeitung  26. Mai 1929

Die jetzt abgeschlossene Statistik über die Bevölkerungsbewegung in Preußen im Jahre 1928 hat drei wesentliche Erscheinungen gezeitigt, nämlich eine starke Vermehrung der Eheschließungen, eine günstige Sterblichkeitsziffer und gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme der Geburtenzahl. Von sämtlichen preußischen Provinzen hat Berlin die höchste Heiratsziffer aufzuweisen, ihm folgen wie im vorigen Jahre die Provinz Sachsen und die Mark Brandenburg. Die niedrigsten Ziffern für Eheschließungen weisen die Grenzmark, Ostpreußen und Oberschlesien auf.
Die Zahl der geborenen hat sich im Berichtjahr günstig gestaltet und das regelmäßige Absinken der Geburtenzahl hat eine Unterbrechung erfahren. Eigentümlich ist es, daß hinsichtlich der Geburtenhäufigkeit die Provinzen an erster Stelle stehen, die die geringste Heiratsziffer aufzuweisen hatten. Am niedrigsten war die Geburtenzahl in Berlin, wo die Zahl der Geburtsfälle um 1000 hinter der der Eheschließungen zurückblieb. Auffallend niedrige Geburtenziffern hatte auch die Provinz Brandenburg aufzuweisen. Die Sterbeziffer hat den günstigsten stand erreicht, der in Preußen jemals festgestellt wurde. Die Säuglingssterblichkeit hat sich nicht nur absolut, sondern auch im Verhältnis zur Zahl der Lebendgeborenen stark verringert. Der Geburtenüberschuss war infolge der erhöhten Geburtenzahl und der verringerten Sterblichkeit höher als im Jahre 1927. Sehr niedrig war die Geburtenüberschussziffer ihn Brandenburg, während Berlin sogar einen Sterbeüberschuss aufwies. Die Geburtenziffer ist auf dem Lande stärker zurückgegangen als in den Städten. Andererseits ist der Rückgang der Sterblichkeit der letzten Jahre ausschließlich der Landbevölkerung zu verdanken.
In der Mark Brandenburg wurden im Jahre 1928 25 184 Ehen geschlossen. Die Zahl der Geborenen betrug 46 318, darunter 1693 Totgeborene. Gestorben sind 34 276 Personen, so daß in der ganzen Mark Brandenburg ein Geburtenüberschuss von 12 042 zu verzeichnen war. Im ersten Lebensjahr starben in der Provinz Brandenburg 3895 Kinder, während die gleiche Zahl im Jahre 1927 noch 3622 betrug.