Wochenmarkt in der Darrstraße
Neumärkische Zeitung 5. Juni 1930
Am gestrigen Dienstag hat der erste Wochenmarkt in der Darrstraße stattgefunden. Es ist selbstverständlich, daß die Abwicklung des Marktbetriebes noch nicht klappen konnte. Verzweifelt suchten die Marktbesucher nach „ihren“ Ständen, manche Hausfrau hat lange suchen müssen, manche Hausfrau gab das Suchen auf und kaufte an irgendeinen Stand. Ein Gutes hat zweifellos die Darrstraße gezeigt: es ist Platz geschaffen, man braucht sich nicht mehr zu drängen, braucht nicht mehr zu schieben und wird nicht mehr geschoben. Doch darüber hinaus haben sich bereits jetzt viele Mängel herausgestellt. Die Händler und Verkäuferinnen klagen recht bedenklich über die Nachteile in der Darrstraße. In erster Linie sind es jene Händler, die weiter hinten in der Darrstraße ihren Stand erhalten haben: sie haben am Dienstag so gut wie gar kein Geschäft gemacht, weil die Kundschaft es vorzog, vorne ihre Einkäufe zu tätigen und nicht die ganze Straße abzutippeln. Die Händler am Eingang in die Darrstraße haben daher auch das große Rennen gemacht und hatten bis Mittag teilweise ihr gesamte Ware verkauft. Auch die fünf Polizeibeamten, die gestern den Marktbetrieb regeln sollten, dürften eingesehen haben, daß die Darrstraße doch manche Nachteile aufweist, die einzig uns allein auf Kosten eines Teils der Händler gehen. Hoffentlich bemüht sich nun auch die Polizeiverwaltung, um Mittel und Wege zu finden, damit diese Mängel beseitigt werden. Denn es darf auf keinen Fall zugelassen werden, daß die Verlegung des Wochenmarktes in die Darrstraße für einen Teil der Händler wirtschaftliche Schäden zur Folge hat, damit ist der Sache nicht gedient.
-Frn.-