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Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)
Vor 50 Jahren.
Die Leibgrenadiere verlassen Landsberg.
Neumärkische Zeitung   1. April 1932

Mit Jubel und Begeisterung hatte die Landsberger Bürgerschaft am 24. Mai 1860 das Füsilierbataillon des Leibgrenadier - Regiments Nr. 8 empfangen und begrüßt, das Landsberg als Garnison zugewiesen erhalten hatte. Doch bereits am 31. März 1882, also nach fast 22 Jahren, verließ das Bataillon wieder Landsberg, um in seine neue Garnisonstadt Frankfurt (Oder) überzusiedeln. Als die Nachricht herauskam, daß das Bataillon aus Landsberg fortgeht, da war es die „Neumärkische Zeitung“, die zuerst die Bürgerschaft aufrief und veranlaßte, daß alles getan wurde, um das lieb gewonnene Bataillon dennoch in Landsberg zu halten. Der damalige Bürgerverein beschloß, eine Eingabe an den Magistrat zu richten, daß er sich an das Kriegsministerium wenden möge mit der Bitte, das Regiment in Landsberg zu belassen. Über 1000 Bürger trugen sich in die ausgelegten Listen. Aber erst nach langwierigen Verhandlungen zwischen Magistrat und Stadtverordnetenversammlung, war man soweit, eine Petition an den Kriegsminister abschicken zu können. In diesem Gesuch wurde eingehend dargelegt, welche großen wirtschaftlichen Verluste die Stadt durch den Abzug der Leibgrenadiere erleiden würde, ferner wurde die günstige militärische Lage Landsbergs betont, und schließlich wurde auf die Opfer, die die Stadt für die Garnison gebracht hat, auf den Besitz des Militärfiskus in Landsberg hingewiesen. Die Petition wurde jedoch vom Kriegsminister ablehnend beantwortet, damit war der Abmarsch des Bataillons Tatsache geworden.
Am 28. März 1882 erfolgte die Verladung der Patronen nach Frankfurt (Oder) und am 31. März verließ das Bataillon selbst die Stadt. Auf dem Marktplatz fand noch eine kurze Abschiedsfeier statt, an der neben den Offizieren und der Kapelle der Artillerie - Abteilung Oberbürgermeister Meydamm, Bürgermeister Fenner, Stadtrat Lehmann (der spätere Bürgermeister), Stadtrat Fritsch und der Vorstand der Stadtverordnetenversammlung, Heine, Clemens, Höhne und Groß, sowie Generalmajor Petzel teilnahmen. Nachdem Oberbürgermeister Meydamm und der Bataillonskommandeur, Major Pennrich Abschiedsworte gewechselt hatten, marschierte das Bataillon unter den Klängen der Füsilier- und Artilleriekapelle und begleitet von den Offizieren der Artillerie, der städtischen Deputation und einer großen Menschenmenge zum Bahnhof, von wo aus dann die Abfahrt nach Frankfurt in einem Extrazuge erfolgte.
Das Andenken aber an das Regiment pflegt bis auf den heutigen Tag in alter Treue und Liebe der Landsberger Verein ehemaliger Leibgrenadiere, der auch die kameradschaftliche Verbindung mit der Traditionskompanie des alten Regiments aufrecht erhält und so dafür sorgt, daß die schönen Tage, als die Leibgrenadiere in Landsberg in Garnison lagen, nicht vergessen werden und Wehrgedanke sich auch auf kommende Geschlechter fortpflanzt.
-m.f.-