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Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)
Landsbergs Straßen vor 50 Jahren
Neumärkische Zeitung  19. Dezember 1929

Die verhängnisvollen Wasserlöcher.

Es scheint als ob Landsbergs Straßen schon von jeher das Schmerzenskind der Stadt gewesen sind. Vor kurzem erst wiesen wir an dieser Stelle auf die verschiedenen Mängel in den Landsberger Straßen hin. Auch vor 50 Jahren hallten ähnliche Klagen wider; damals vielleicht noch berechtigter als heute, denn Abfluß hatten die Straßenrinnen gewöhnlich nicht. Auch Kanalisation war ein unbekannter Begriff, und wenn eine Hausfrau Schmutzwasser wegzubringen hatte, ging sie vor die Haustür, und - schwupp - sauste das Wasser in weitem Bogen auf die Straße. Mit der Zeit bildeten sich dadurch Vertiefungen, die oft mehrere Fuß tief waren. Dies zur Einführung für den Brief, den die „Neumärkische Zeitung“ am 18. Dezember 1879 veröffentlichte:
„Geehrter Herr Redakteur! Hierdurch erlaube ich mir, Sie zu bitten, doch etwas zugunsten unseres Straßenzustandes zu schreiben. Nicht allein, daß die Straßen mit Schnee fußhoch bedeckt sind, auch die Rinnsteine sind derart zugefroren, daß das aus den Häusern gegossene Wasser in die Haustüren läuft, und an den Stellen, wo das Wasser ausgegossen wird befinden sich fußtiefe Löcher welche bei Abend nicht sichtbar sind und die Passage geradezu gefährlich machen; eben sah ich eine Dame, - als sie eine derartige Stelle passieren wollte laut aufschreiend mit dem Fuß in ein derartiges Loch fallen.“
Ein kleiner Einblick in die Straßenverhältnisse vor fünfzig Jahren, aber immerhin groß genug, um erkennen zu könne, daß die heutigen Verhältnisse gegen die damaligen noch paradiesisch zu nennen sind; womit aber nicht gesagt werden soll, daß wir nun mit dem Straßenpflaster z.B. in der Küstriner Straße mit den vielen großen und kleinen Vertiefungen und Pfützen zufrieden sein sollen.
-W.-