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Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)
75jähriges Bestehen der Zechower Kirche.
Neumärkische Zeitung    28. Oktober 1925

Zechow, 26 Oktober. Am gestrigen Sonntag konnten wir das 75jährige Bestehen unserer Kirche feiern. In der Festpredigt legte Pfarrer Wegener in seiner gehaltvollen, packenden und ermahnenden Rede die Worte aus dem 84. Psalm, Vers 2 und 3: Wie lieblich sind deine Wohnungen Herr Zebaoth! usw. zu Grunde.
Am 19. Oktober 1850 wurde unser Gotteshaus eingeweiht. Nach dem äußeren Anschaue zu urteilen, könnte man freilich glauben, es wäre erst vor mehreren Jahren erbaut. Der Bau ging seiner Zeit nicht so glatt von statten. Es hatten nämlich die zur Lieferung der Steine bestimmten Ziegeleien ein sehr schlechtes Material zufahren lassen. Man hatte schon mit dem Vermauern der Steine begonnen, als eine durch einem regierungssachverständigen vorgenommene Untersuchung ergab, daß das Material zum Bau einer Kirche nicht verwendbar sei. Es wurde zugestanden, einen Teil zur inneren Vermauerung zu verwenden. So kam der Bau zum Stillstand, bis eine Landsberger Firma mit der Anfuhr der Steine betraut wurde. Nur der jetzt gut bedienten Lieferung von Baumaterial verdanken wir es, daß wir heute mit Stolz auf unsere Kirche schauen können. Auch im Weltkriege mußten wir eine unserer schönsten Glocken als Opfer für Vaterland bringen. Eine Bronzeglocke war es im Gewicht von 327 Kg, für welche seinerzeit vom Bauernhof und kleineren Besitzern von Zechow Sammlungen veranstaltet worden waren, deren Erlös zum Umgießen der Glocke im Jahre 1874 bei einer Stettiner Firma diente. Aus Dank hatte man die Namen der Geber auf der Glocke verewigt. Es sei auch noch die Uhr erwähnt. War es doch dem früheren Kirchenältesten gelungen, eine der wertvollsten bei einer Berliner Firma zu erwerben. Auch heute noch wird sie im Landkreise kaum ihres gleichen finden. Nun ragt unsere alte schöne Kirche, inmitten von Bergen umgeben, stolz und mahnend zum Himmel empor. Mögen in ihr noch weiter Menschenalter Trost und Segen finden.