Weihe der „Herz Jesu- Kirche in Königswalde
Die katholische Gemeinde ein eignes Gotteshaus.
Neumärkische Zeitung 11. August 1931
Ein langgehegter Wunsch der katholischen Gemeinde; ein eigenes Gotteshaus zu besitzen, wurde erfüllt. Am Sonntag wurde die neu erbaute „Herz- Jesu- Kirche“ geweiht und ihrer Bestimmung übergeben. Vollzählig hatte sich die katholische Gemeinde zur festgesetzten Zeit am „Seeschloß“ eingefunden, und in geschlossenem Zuge mit dem Gesang „Großer Gott, wir loben dich“ ging es zu dem neuen Gotteshause, das auf einem Hügel an der Straße nach Arnsdorf mit einem wunderschönen Blick auf die Stadt mit ihren Seen und Wäldern gelegen ist.
Als Gäste dieser Feierlichkeit hatten sich eingefunden: Gemeindemitglieder und Jugendgruppen von Frankfurt (Oder), Drossen, Zielenzig, Landsberg und Meseritz. Als geistliche Würdenträger waren erschienen: der Erzpriester aus Driesen, Konsistorialrat Pätzold (Meseritz) Dekan Klemmt (Rokitten), Pfarrer Machunze (Zielenzig) und die katholische Geistlichkeit aus Landsberg (Warthe). Die Jugendverbände Landsberg und Meseritz eröffneten mit wallenden Fahnen den Zug, eine stattliche Menge folgte den Geistlichen. Den Weiheakt vollzog der Erzpriester unter Assistenz anderer Geistlicher. Anschließend versammelte sich ein Teil der Festteilnehmer zum Festmahl im „Seeschloß“ zusammen, bei dem von den verschiedenen Seiten das Wort zum Glückwunsch und zur Danksagung ergriffen wurde. Im Laufe des Nachmittags fand sich eine größere Menschenmenge im Garten des „Seeschloß“ ein, wo die Vereine Jugendkraft aus Meseritz, Frankfurt und Landsberg durch ihre Reigen, Spiele, Volkstänze Unterhaltung boten. Königswalder Kinder brachten in Gedichten und Liedern ihr Gelübde: Treu zum neuen Gotteshause zu halten, zum Ausdruck.
Dem Zielenziger Pfarrer gebührt besonderen Dank, der sich um die Erbauung der Kirche, Herbeischaffung der Mittel und Verschönerung der Einweihungsfeierlichkeit recht verdient gemacht hat.
Die katholische Gemeinde war in Zielenzig eingepfarrt. Zu kirchlichen Handlungen mußten die Mitglieder den weiten Weg nach Oscht machen, wo auch nur vierzehntägig Gottesdienste stattfinden. Erst vor wenigen Jahren als Großkaufmann Felix Vogel aus Castrup Besitzer in Hohentannen war, richtete dieser in seiner Villa einen Raum für gottesdienstliche Handlungen ein, schenkte Altar- und Meßgeräte und -gewänder, Harmonium und Bänke, die jetzt in der neuen Kirche verwendet werden. Nach Verkauf von Hohentannen an einen Protestanten wurden die Gottesdienste im Saale des „Seeschlosses“ abgehalten, zu denen monatlich zweimal ein Kaplan aus Landsberg kam. Da sich durch Sammlungen und Stiftungen eine bedeutende Summe gebildet hatte, ging man an die Ausführung des Planes, eine neue Kirche zu bauen. Von dem Landwirt Werner erwarb man einen etwa vier Morgen großen Acker, auf dem das Gotteshaus gerichtet wurde. Man beabsichtigt, einen Teil des Geländes als Friedhof zu verwenden. Sofern man die Geldmittel aufbringen kann, soll auf dem nach dem See zu gelegenen Teil ein Pfarrgehöft errichtet werden.