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Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)
Bau der Kirche zu Schaumburg
Eine Urkunde aus dem Jahre 1769.
Neumärkischen Zeitung    8./9. Dez. 1934

Schaumburg besitzt seit etwa 20 Jahren ein neues Gotteshaus. Die alte, damals abgerissene Kirche wurde 1769 auf dem daneben liegenden Platze erbaut. Über den Bau der  alten Kirche berichtet eine Urkunde, die der Pfarrer A. Bibrans 1769 verfasste und in den Turmknopf legte. Es heißt darin: „Während der Zeit aber, dass der (Siebenjährige) Krieg noch dauerte, belagerten die Russen die Festung Küstrin. Sie brannten die Stadt ab. Die Festung selbst konnten und wollten sie nicht einnehmen; denn ihre Gedanken waren nur auf Sengen und Brennen gerichtet. Unser König kam aus Schlesien, als er dieses hörte, mit wenig tausend Mann; denn er musste seine Armee wieder so viele Feinde zerteilen. Und die Russen zogen sich bei dessen Annäherung nach Zorndorf. Es konnte nicht anders sein, der König mußte seinen Feinden entgegen gehen und zu dem Ende über die Oder marschieren. Er ging auch wirklich ungehindert bei Güstebiese über, indessen, weil die Russen glaubten, er würde hier bei Schaumburg übergehen und daher ihr Angesicht nach diesem Ort gerichtet sein ließen. So machte der König Miene, als wollte er hierdurch seinen Weg nehmen. Er ließ Schiffbrücken zum Schein schlagen und warf Feuerkugeln in das Dorf, um die Russen zu vertreiben. Bei dieser Gelegenheit geschah, dass das ganze Dorf Schaumburg den 22. August 1758 in den Brand geriet, dergestalt, dass nicht nur alle Hütten der Einwohner, sondern auch dieses Gotteshaus durch die Flammen verzehrt wurde. In diesem betrübten Zustand hat es sich bis auf die Zeit des Friedens befunden. Als Gott, der Herr, den Frieden schenkte, wurden nach und nach nicht nur überhaupt alle verwüsteten Orte, sondern auch insbesondere Schaumburg durch die mildtätige Gnade des Königs erbaut. Der König tat seine gnädige Hand auf, dass die Einwohner ihre Hütten errichten konnten, und zum Aufbau des Gotteshauses wurde auf allergnädigsten Befehl des Monarchen aus der Kirchenkasse des Landes von E. Hochgeistl. Neumärk. Revenüendirektorium die erforderlichen Kosten gegeben. Im Jahr 1768 ist unter Gottes gnädigem Beistand der Bau dieser Kirche angefangen worden, und wir haben die Zuversicht zum Herrn, er wird in diesem 1769. Jahre, worin wir leben, gänzlich den Bau vollenden helfen, damit wir einmal, da wir so lange leben, an die 11 Jahre, ihm im Winkel das schuldige Dankgebet gebracht haben, ihn öffentlich wieder verherrlichen mögen. An dem heutigen Tage, nämlich dem 29. Juni 1769, wird der Knauf in die Höhe gebracht. Der Herr stehe denen bei, die damit beschäftigt sind. Soviel von dem betrübten Kriege“.
Was andere Umstände anlanget, so halten wir für nötig, folgendes anzumerken: Das Amt und Gerichtsobrigkeit, worunter Schaumburg gehört, ist Quarzschen, und der jetzt lebende Beamte ist der Herr Oberamtmann Johann Friedrich Lehmann, der durch seine Fürsorge alles Mögliche zum Wiederaufbau des Dorfes beigetragen hat. Pastor bei der hiesigen Gemeinde und deren dazu gehörigen Filialen, nämlich Drewitz, Kalenzig, Klewitz, Neumühle und Hälse ist zur Zeit Christian Friedrich Schilderer, und der gegenwärtige vom Amte (Quartschen) gesetzte Gerichtsschulze ist Peter Röseler. Die Gerichten sind Peter Buche, Peter Grundemann (Bauer) und Christian Torn (Kossät).
Der Scheffel Weizen gilt1 Tlr. 12 Gr., der Roggen 18-20 Gr., die große Gerste 14 Gr., die kleine 12 Gr. und der Hafer 10 Gr.