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Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)
Die Kirche in Gurkow
Neumärkischen Zeitung   8. Januar 1935

Keine Chronik meldet etwas über das erste Gotteshaus des Dorfes, über sein Aussehen, seinen Standort. Nur durch mündliche Überlieferung  kann als Tatsache gelten, daß das erste Kirchlein bereits auf dem heutigen Kirchplatz errichtet ward. Rings lagen die niederen strohgedeckten Blockhäuser und Wirtschaftsgebäude der Bauerngehöfte. Im Schutz des Gotteshauses ließen sich einst die Dorfbewohner zu Schlaf betten. Gegenüber lagen nach alter Sitte das Lehnschulzenamt, die Pfarre seit 1630 und die Küsterei. Durch die vielen Brände, die das Dorf auch außerhalb der Kriegszeiten heimsuchten, ging das Kirchlein fast jedesmal in Flammen auf. Doch immer wieder wurde es auf dieser Stelle neu errichtet. Da endlich weigerte sich die Filiale Altenfließ, fernerhin etwas an Beihilfe zu leisten, wenn das Gotteshaus nicht außerhalb des Dorfes errichtet würde. So entschloß man sich um 1683 als wieder einmal eine Feuerbrunst einen Teil des Ortes samt der Kirche verwüstet hatte, dieses auf einem nahen Werder östlich seines bisherigen Standortes, neu aufzubauen. Von diesem Bauwerk steht fest, daß es ganz aus Holz „gefüget", mit Stroh gedeckt und ohne Turm und Glocken war. Um die Andächtigen zum Gottesdienst zu laden, mußten sich der Pfarrer und der Küster vom Lehnschulzen die Handglocke der Gemeinde leihen, mit der die Gemeindemitglieder zu den Versammlungen gerufen wurden. Um diese Kirche bereitete sich nach und nach der mehrere Morgen große Friedhof aus, dem gewaltige Linden zum Teil überschatten.
Etwa 130 Jahre später (1804) errichtete man eine neue Kirche im Dorf auf dem alten Kirchplatz. Doch 1828 wurde sie durch Blitzschlag eingeäschert.
Mit ihr aber gingen auch die Küsterei und 13 Bauerngehöfte in Flammen auf. 1833 konnte danach das neue massive Gotteshaus eingeweiht werden. 1849 ließ die politische Gemeinde den Turm erbauen, dessen eiserne Fahne diese Jahreszahl trägt. Noch oft ist der Turm vom Blitz beschädigt, aber nicht mehr zerstört worden. 1856 kamen die beiden Glocken, 1888 die Orgel in die Kirche. Die Baukosten der letzteren trug zum größten Teil der damalige Amtsvorsteher Ferdinand Gohlke in hochherziger Weise. Im Jahre 1553 wurde hier die Reformation eingeführt. Da es damals an evangelischen Predigern mangelte, versahen böhmische Brüder, in Krakau ordiniert, den Gottesdienst hier und in Altenfließ. Beide waren kalvinisch. Ersterer hieß Matthias Speratus, letzterer Schönares. Seit 1632 amtierten an der Kirche Michael Schöne, Rudolf Horn, Matthias Hoffmann, Abraham Rauch, Martin Schröer, Jakobus Hellmann, Heronimus Rostkowius, Johann Roskowius (dessen Dienstzeit hier waren 37 Jahre) Christian Gottgetreu, Ratbamael Dittmarsch, Karl Koch, Rudolf Reichert, Gotthold Mertens und Franz Schubert. Zur Zeit wird die Pfarre von einem Vikar versehen.