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Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)
Lebensmittelpreise und Besoldung im 16. Jahrhundert
Neumärkische Zeitung   28.April 1932

Die märkischen Geschichtsschreiber berichten uns, daß  die Mark durch ihre billigen Lebensmittelpreise stets die anderen umliegenden Länder übertroffen habe. So kostete im Jahre 1507 der Scheffel Roggen 21 Pfennige, der Scheffel Gerste 16 Pfennige, Hafer 12 Pfennige, die Tonne Wein 30 Groschen, die Tonne Bier 42 Groschen. 1545 trat eine Teuerung ein. Die Preise stiegen gewaltig. Der Scheffel Roggen wurde mit 8 Groschen, Hafer mit 7 Groschen bezahlt. 1593 fielen die Preise sehr, so daß Roggen mit 11 Pfennigen bis 1 Groschen gehandelt wurde. Butter kostete damals das Pfund 2 Pfennige. Der Tagelohn betrug 3 Heller. Markgraf Johannes setzte die Marktpreise für die Neumark zwangsmäßig fest. Für Roggen bestimmte er einen Preis von 3 Groschen 2 1/5 Pfennige. Kuhbutter wurde auf 16 Pfennige festgelegt. Ein Quart Rheinwein kostete 2 Groschen 8 Pfennige, Landwein (also einheimischer) 12 Pfennige. Das Quart Crossener Bier sollte mit 16 Pfennigen bezahlt werden, war also teurer wie Landwein. Ein Pfund gemästetes Rindfleisch galt 5 Pfennige. Für ein Paar „Mannsschuh mit doppelten Sohlen“ wurden 4 Groschen gefordert.
Entsprechend niedrig waren die Besoldungen. Der Hofmarschall des Churfürsten Joachim II. bekam ebenso wie der Leibarzt im Jahre 1546 bar 200 Gulden und Naturalien. Dem Archiediakonus in Küstrin wurden 50 Gulden, dem Diakonus 30 Gulden im Jahr bezahlt.
Wie sich der Wert des Geldes im Laufe der Jahrhunderte verschoben hat, erhellt aus einer Berechnung des Churpfälzischen Kirchenratsdirektors Fladt. Er stellt fest, daß, wer 1520 100 Gulden Jahresgehalt bezogen habe, etwa 1750 mit 300 Gulden keineswegs besser dastünde. Konnte man anfangs des 16. Jahrhunderts in der Mark den Scheffel Roggen mit 2 Groschen kaufen, so muß man 1760 für dieselbe Menge 1 Reichstaler bezahlen.
Eine Aufstellung, die man in Kiel 1773 gemacht hat, ergibt folgende interessante Vergleichszahlen: Eine Familie mit fünf Köpfen brauchte für Korn jährlich:

Im Jahr           1500       5 Taler, 5 Groschen, 8 Pfennige
1550     33 Taler, 3 Groschen, 4 Pfennige
1600     63 Taler, 3 Groschen, 4 Pfennige
1650     82 Taler, 1 Groschen, 4 Pfennige
1700   123 Taler, 4 Groschen, 4 Pfennige
1750   150 Taler, 0 Groschen, 0 Pfennige