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Landsberg a.Warthe
(Gorzów Wielkopolski)
Scheunenbrand in Loppow.
Größere Erntevorräte und Inventar verbrannt.
Neumärkische Zeitung   31. Juli 1926

Loppow, 29. Juli 1926. gegen 10.45 Uhr abends wurde die hiesige Einwohnerschaft durch Feueralarm geweckt. Es brannte die Scheune des Eigentümers Gustav Folske. Die Feuerwehr aus Loppow war noch vor 11 Uhr an der Brandstätte und nahm den Kampf mit dem Feuer auf. Die Arbeit war sehr beschwerlich, da in dem Brunnen des Besitzers F. nicht genügend Wasser vorrätig war. Um 11.10 Uhr war ein Wasserwagen zur Stelle und die Spritze konnte von dort gespeist werden. 11.18 Uhr rückte die Genniner Feuerwehr heraus, die tatkräftig, nachdem weitere Wassermengen beschafft waren, eingriff. Das Feuer wurde vor Mitternacht niedergekämpft. Das Dach und Holzgerüst der Scheune verbrannte, während die Mauern stehen blieben. Die Familie Folske gibt an sich gegen 9 Uhr schlafen gelegt zu haben, und zwar benutzten der Besitzer F. und seine beiden Söhne Alfred und Kurt das Waschhaus als Schlafraum. Die etwa 21 Jahre alte Tochter Hulda, deren Schlafgemach sich nach dem Hofe zu befindet, bemerkte gegen ¾ 11 Uhr, durch den Geruch aufgewacht, das Feuer zuerst und weckte die übrigen Familienmitglieder. Als der Brand bemerkt wurde, schlugen bereits die Flammen aus dem vorderen Teil der Scheune heraus. Während der Brand nach Aussage des Alfred Folske im hinteren Teil der Scheune anscheinend entstanden ist. Es führte von der Hofseite aus ein Tor und von der gegenüberliegenden Seite eine Tür zur Scheune. Die Tür konnte wegen des sich in der Scheune befindlichen, mit Getreide beladenen Ackerwagen nicht verschlossen werden, war aber angelehnt und wurde offen vorgefunden. Das Vieh, welches sich in den Stallungen, die auf dem Hofe rechts zwischen Wohnhaus und Scheune liegen, befand, wurde sofort in Sicherheit gebracht. Der Wind war für das Wohnhaus und die Stallungen günstig, so daß die Funken nicht auf die Gebäude fallen konnten und damit ein weiteres Umsichgreifen des Feuers verhinderten. In der Scheune war die Ernte von etwa 7 Morgen untergebracht. Die letzte Fuhre stand noch beladen in der Scheune. Die Vorräte waren am vorhergehenden Tage eingebracht und sind ausnahmslos vernichtet. Außerdem wurden durch die Flammen verzehrt: ein Dreschkasten, Häckselmaschine, Reinigungsmaschine, Dezimalwaage und 2 Pferdegeschirre. Der Besitzer F. war Flüchtling, wohnte einige Jahre in Küstrin, kaufte vor Jahresfrist von dem Besitzer Karl Beseker die Wirtschaft, zu der 17 Morgen gehören. Von der Getreideernte sind ihm nur eine Fuhre Roggen, die sich noch auf dem Felde befindet, und ein Morgen Hafer geblieben.