Das Grab der unbekannten Ostkämpfer
Neumärkische Zeitung 13. Dezember 1934
Die wissenschaftliche Grabung auf der Schanze von Zantoch wird in dieser Woche abgeschlossen. Dagegen wird der Wiederaufbau der alten Burg des deutschen Ordens auf dem Schloßberg von Zantoch nördlich der Warthe vom Freiwilligen Arbeitsdienst weiter fortgesetzt. Der Graben der alten Burg ist ganz ausgehoben worden, wobei noch zahlreiche Waffen und Ausrüstungsgegenstände geborgen wurden. Der Unterbau für den zu errichtenden Turm ist fertig gestellt. Der Turm soll zum Wahrzeichen und Heimatmuseum ausgebaut werden.
Dem Leiter der Ausgrabungen, Professor Dr. Unverzagt vom Staatlichen Museum für Vor und Frühgeschichte in Berlin, ist es gelungen, die fünf unbekannten Krieger, die im 13. Jahrhundert bei einem Sturm auf die Burg gefallen sind, wie die eigenartige Haltung der Skelette beweist und die in einem Massengrab bestattet sind, in den Stellungen, in denen sie gefunden wurden, zu konservieren. Sie sollen im Keller des Turmes als „Ehrengrab der unbekannten Ostkämpfer“ in würdiger Weise beigesetzt werden, geben sie doch Zeugnis von den heldenhaften Kämpfen des 13. Jahrhunderts, die mit dem Sieg der Brandenburger und der endgültigen Eroberung der Schanze endeten. Professor Unverzagt wird voraussichtlich im Januar in der anthropologischen Gesellschaft den ersten wissenschaftlichen Generalbericht über die gesamte bisherige Grabungen und ihre Ergebnisse ablegen. -ci. (Leicht gekürzt)